Pflanzenkohle & Terra Preta Erde - ja, was denn nun? 2. Teil

Im zweiten Teil unseres Blog`s zum Thema Pflanzenkohle und Terra Preta, schauen wir uns heute die Terra Preta Erde etwas genauer an.

 

Terra Preta ist Portugiesisch und heisst übersetzt „Schwarze Erde“. Damit werden tiefschwarze, fruchtbare Böden im Amazonasgebiet bezeichnet. In den 1960er Jahren haben Forscher diese wertvollen Bodenschichten entdeckt. Da Regenwaldboden als eher nährstoffarm und karg galt, standen die Forscher lange Zeit vor einem Rätsel. Es stellte sich dann tatsächlich heraus, das Terra Preta kein natürliches Phänomen ist, sondern durch die spezielle Bearbeitung der Indios in jahrhundertelanger  Bewirtschaftung entstanden ist. Durch das Einarbeiten von fermentierten und kompostierten Dung, Pflanzenresten und menschlichen Fäkalien sowie eben Kohle aus den Feuerstellen, entstanden wertvolle und sehr fruchtbare Bodenschichten.


Nachdem die Rezeptur von Terra Preta entschlüsselt war, stellten diverse Substrat Hersteller ihre eigene Terra Preta Erde für den Hobby- und Profigartenbau her. Wie im ersten Teil erwähnt, verhilft Terra Preta auch dank der beigemischten Kohle, müden ausgelaugten Böden zu neuem Schwung. Die Bodenfruchtbarkeit wird deutlich erhöht und durch die poröse Struktur der Pflanzenkohle können sich Mikroorganismen besser ansiedeln. Wasser und Nährstoffe werden effizient gespeichert. Wenn man sich seine eigene Terra Preta Erde zuhause selber herstellen möchte (Anleitungen findet man im Netz), entfaltet die Kohle die oben genannten Eigenschaften besonders gut, wenn man die Kohle beim Kompostieren beimischt.


Ob ihr bereits fertige Terra Preta Erde in eurem Garten einsetzen möchtet oder nur die
Pflanzkohle separat kauft und damit mit dem Hauseigenen-Kompost die eigene Schwarzerde herstellt, ist jedem selbst überlassen. Achtet aber beim Kauf der Kohle wie auch der fertigen Erde auf die Qualität der Substrate und die entsprechenden Zertifizierungen der Hersteller. Bei diesen Produkten, die den Anforderungen der European Biochar Certificate (EBC) entsprechen, ist gewährleistet, dass die Kohle schadstoffarm ist und somit auch keine Schadstoffe in den Boden gelangen.
Verwendet nicht einfach normale Grillkohle! Diese ist für den Gemüseanbau nicht geeignet. Hier habt ihr keine Angaben über mögliche Schadstoffgehalte. Wenn bereits über der Grillkohle schon Fleisch gegrillt wurde, können dabei grössere Mengen der gesundheitsschädlichen Polyzyklischen Aromatischen Kohlewasserstoffen (PAK) entstehen. In den speziellen Pyrolyse-Anlagen, in denen zertifizierte Pflanzkohle hergestellt wird, können diese Prozesse viel besser gesteuert und kontrolliert werden. Nur so können schädliche Stoffe auf ein Minimum reduziert und die PAK und Schwermetall Grenzwerte eingehalten werden.


Pflanzenkohlehaltige Produkte sind sicher kein Wundermittel, aber sicher ein super Instrument zu bodenverbessernden Massnahmen. In all unseren Tests der letzten Jahren mit Pflanzkohle und Terra Preta konnten wir nur positive Auswirkungen feststellen. Gesunde, kräftige Pflanzen mit einem üppigen Ertrag, vitale Böden über das ganze Gartenjahr ohne mühsames Nachdüngen bis zu weniger Giessintervallen durch die gute Speicherfähigkeit - sind nur einige davon.


Probiert's doch einfach aus und seht selbst. Schon bald geht’s ja wieder los.
Let's Grow!

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

Empfohlene Einträge

Herbstzeit ist Kompostzeit

November 4, 2019

1/3
Please reload

Aktuelle Einträge