Tipps und Tricks rund ums Urban Gardening

In diesem Blog möchte ich euch einige Tipps und Tricks rund ums Thema Urban Gardening mitgeben. Selbst auf dem kleinsten Balkon oder Fensterbrett findet sich ein Plätzchen um seine eigenen Früchte oder schmackhaftes Gemüse anzubauen. Doch nicht alle Pflanzen kommen mit jedem Standort klar. Deshalb sollte jede/r, der mit dem Gedanken spielt selber Obst und Gemüse anzupflanzen, sich den folgenden Blog zuerst mal in Ruhe durchlesen um im ersten Jahr nicht von Misserfolgen und Rückschlägen enttäuscht zu werden.

  • Bevor Ihr beginnt irgendwelches Material auf euren Balkon, Terrasse oder Flachdach zu schleppen, klärt zuerst mal, ab wie es mit der Statik der angedachten Pflanzfläche aussieht. Ein paar kleine Töpfchen sind hier sicher nicht das Problem. Wenn Ihr aber so richtig ins Urban Farming einsteigen möchtet, solltet Ihr das mit dem Vermieter oder dem Haustechniker absprechen. Denn das Gewicht von wassergesättigter Erde ist nicht zu unterschätzen. Auch auf Flachdächern gelten in der Schweiz spezielle Rechtliche Vorschriften bezüglich der Absturzsicherung.

  • Auf Balkonen oder Flächen in unteren Stockwerken in unmittelbarer Nähe zu viel befahrenen Strassen sollte auf den Anbau von Gemüse verzichtet werden. Dieses Gemüse währe aufgrund der hohen Abgas- und Feinstaubbelastungen durch den Reifenabrieb nicht wirklich gesund. Aber auf Pflanzen muss hier keineswegs verzichtet werden. Mit ein paar einheimischen Stauden im Balkonkasten oder Topf, werden sich die Insekten über diese Nektartankstelle sicher freuen und du ebenso beim Zuschauen der schönen Schmetterlinge.

  • Heute gibt es ein breites Angebot von speziellen Sorten, die perfekt auf die besonderen Verhältnisse auf einem Balkongarten angepasst sind. Blattgemüse, Schnitt- oder Pflücksalate eigenen sich besonders gut. Aber auch Erdbeeren im Balkonkistchen funktionieren hervorragend. Für grössere Pflanzen wie Tomaten, Paprika oder Gurken sollten Gefässe verwendet werden die mindestens 15 Liter Erde fassen können. Da letztere Starkzehrer- Gemüse sind, solltet Ihr hier bereits beim Eintopfen nach den Eisheiligen ab Mitte Mai eine leichte Düngung mit Hornspänen, Rinderdung oder Schafwollpellets untermischen. Somit sind eure Lieblinge die ganze Saison bestens versorgt.

  • Wer nicht das „normale“ sucht und besonders originelle Pflanzen anbauen möchte, der kann sich auf alte oder seltene Sorten konzentrieren. Haferwurzel, Gartenmelde, Hirschhornwegerich, Sauerampfer, Schnittknoblauch oder blaue Stangenbohnen sind nur einige davon. Hierfür findet Ihr im Internet genügend Samen- und Jungpflanzenhändler, wo Ihr diese etwas „anderen“ Pflanzen erwerben könnt.

  • Bei den Pflanzgefässen empfehlen wir möglichst auf Plastik oder schwere Ton oder Eternittöpfe zu verzichten. Es gibt heute genügend nachhaltige Lösungen aus Kokosfasern, Filztöpfen aus alten PET Flaschen oder Schafwolle. Einzig bei den Balkonkisten wird’s etwas schwieriger. Hier sollte man schon aus Sicherheitsgründen auf stabile und windfeste Lösungen setzten, um Fussgänger und Nachbarn nicht zu gefährden.

  • Beobachtet auch die reine Sonnenscheindauer auf eurem Balkon. Idealerweise währen Minimum 5 Stunden Sonne perfekt. Aber auch auf einem  halbschattigen oder schattigen Balkon lassen sich noch erfolgreich Nahrungsmittel anbauen. Salat gedeiht auf einem Halbschatten-Balkon sicher viel besser als wenn er an einer Südfassade fast verbrennt und in die Höhe schiesst. Wo hingegen sich Tomaten, Peperoni und Chilis an voller Sonne sich wie zuhause fühlen. An einem schattigen Platz könnte man auch ein Pilzbeet anlegen um seinen Gästen frische Braunkappen oder Austernseitlinge anbieten zu können. Informiert euch gut, welches Gemüse oder Obst für euren Standort am besten passt.
     

Wer sich diese Hinweise zu Herzen nimmt und sich im Vorfeld etwas schlau macht, wir viel Freude am Urban Gardening haben, und mit der Erfahrung wird man immer besser und experimentierfreudiger. Also traut euch, die Eisheiligen sind schon bald vorbei und ab dann gibt’s kein halten mehr und alles kann nach draussen. Es bleibt somit noch genügend Zeit um das benötigte Material und Pflanzmaterial zu besorgen.Wünsche euch entspannte Stunden in euren Gärten.

"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist, Zeit, Zuwendung und Raum."

Prof. Dr. Ing. Dieter Kienast 1945 - 1998

 

 

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