Hilfe, der Zünsler kommt ...

In den letzten Jahren sieht man immer mehr kahlgefressene oder braune Buchsbaum Pflanzen in Gärten und Parks.

Hier war oftmals der asiatische Buchsbaumzünsler am Werk. Der im 21. Jahrhundert eingeschleppte Kleinschmetterling hat sich inzwischen fast in der ganzen Schweiz ausgebreitet. Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen sich aus dem Innern der Pflanze nach aussen bis die komplette Blattmasse vernichtet ist. Der Befall wird so oftmals spät oder zu spät erkannt und man blickt nur noch auf ein spärliches Gerippe.

 

Nach einem Befall ist der Buchsbaum aber noch nicht verloren. Schon nach kurzer Zeit treiben die jungen Blättchen wieder durch und die Pflanze erholt sich wieder. Da der Buchsbaumzünsler aber bis zu drei Raupengenerationen im Jahr hervorbringen kann, wäre ein wiederholtes abfressen der Blätter dann das Todesurteil für den Buchsbaum. Durch den hohen Energieverbrauch ist die Pflanze gestresst und wird allfällig für Krankheiten oder kann sich im Winter zu wenig gegen den Frost schützen.

 

Experten sind sich einig, dass der Buchsbaumzünsler nicht mehr auszurotten ist. Deshalb muss man sich als Garten- und Buchsbaumbesitzer gut überlegen wie man zukünftig mit diesem Schädling umgehen will. Ein regelmässiges kontrollieren von März bis Oktober ist unbedingt nötig. Bei 1 – 2 Pflanzen können die Raupen noch manuell von Hand, Staubsauger oder Hochdruckreiniger entfernt werden. Bei ganzen Parkanlagen oder Hecken wären diese Methoden sehr umständlich und zeitaufwändig. Es gibt im Handel diverse Spritzmittel, hier würde ich aber - wenn überhaupt - nur auf biologische Produkte zurückgreifen. Mit dem Produkt Delfin von Andermatt Biogarten wurden, wenn regelmässig angewendet, gute Ergebnisse erzielt. Bei biologischen Mittel ist es aber wichtig, erst zu spritzen, wenn Raupen auf den Pflanzen bereits am Fressen sind. Vorbeugend spritzen bringt hier nichts. Da aber diese Spritzmittel auch ihren Preis haben, kann die Pflege des geliebten Buchsbaum mit der Zeit auch recht kostspielig werden. Deshalb lohnt es sich sicher befallene oder abgestorbene Pflanzen durch im Handel erhältliche Buchsersatzpflanzen zu ersetzen.

 

Diese sind zum einen auch immergrün, sehr gut schnittverträglich, so dass damit ebenfalls Formgehölze, Einfassungen oder Hecken gestaltet werden können.

 

Mögliche Varianten wären:

  • Japanische Stechpalme (Ilex crenata)

  • Eibe (Taxus baccata)

  • Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia)
     

Eine 100% Garantie, dass der Buchsbaumzünsler nicht auch plötzlich diese oder andere Pflanzen befällt gibt’s natürlich nicht. Und mit der Klimaveränderung werden sich zukünftig leider auch noch andere Schädlinge in unserem Land ausbreiten. Deshalb finde ich es wichtig, den Zünsler einfach zu akzeptieren und geeignete Alternativen zu pflanzen. Hier einen Kampf mit der Chemiekeule zu führen, der eh nicht gewonnen werden kann, macht keinen Sinn.

 

Der Zünsler wird uns immer eine Flügelspannweite voraus sein ;-)

 

Bilder von wpoeschl auf Pixabay 

 

 

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