Auch im Winter gibt's frisches Gemüse aus dem eigenen Garten

Langsam leeren sich bereits die ersten Gartenbeete und bleiben oftmals ungenutzt bis im nächsten Frühjahr so bestehen. Der Grund dafür könnte sein, dass viele Gärtner gar nicht wissen, dass es viele Gemüsesorten gibt, die sich auch im Winter problemlos kultivieren lassen. Genau um dieses Gemüse dreht sich unser heutiger Beitrag.

 

Tomaten, Paprika oder Zucchini gehören definitiv nicht zum Wintergemüse. Diese könnten höchsten in einem beheizten Gewächshaus mit Kunstlicht aufwändig kultiviert werden. Es gibt aber genügend Pflanzen, welche mit Frost und unseren winterlichen Bedingungen gut zurecht kommen.

 

Wie beim Sommergemüse gibt’s auch hier die langsam, mittel und schnell wachsenden Sorten:

  • Die schnellen wie Spinat, Feldsalat (Nüssler), Rucola oder Pak Choi können bereits nach ca. 40 Tagen geerntet werden.

  • Bei den mittleren wie Mangold, Kohlrabi, Grünkohl und Lauch muss man sich schon 50 – 70 Tage bis zur Ernte gedulden.

  • Und bei den langsamen wie Zwiebeln, Karotten, Rosenkohl rechnet man ca.100 Tage vom Aussäen bis zur Ernte.

Der richtige Zeitpunkt vom Auspflanzen (Setzlinge) oder Aussäen ist vom Datum des ersten Frostes abhängig. Im Schweizer Mittelland ist dies meist ab Mitte Oktober der Fall. Aber auch hier ist das je nach Region verschieden. Es ist wichtig die Pflanzen rechtzeitig zu säen damit sie noch gross genug werden um die ersten Fröste zu überstehen. Die schnell wachsende Gemüse sollten mindestens eineinhalb Monate, mittel schnell wachsende zweieinhalb Monate und langsam wachsende sogar dreieinhalb Monate vor dem ersten Frost eingesät werden. 

 

Vor dem Aussäen ist darauf zu achten das die Fruchtfolge eingehalten wird. Wenn im Sommer der Platz von einem Starkzehrer beansprucht wurde, so sollte das neue Wintergemüse ein Schwachzehrer und botanisch nicht verwandt sein. So können Nährstoffmangel oder Krankheitsübertragung vermindert werden.

 

Es ist auch ratsam den Boden mit einem organischen Langzeitdünger etwas nach zu Düngen, damit auch die neue Saat optimale Verhältnisse vorfindet.

 

Da alle Pflanzen bei sinkenden Temperaturen ihr Wachstum verlangsamen, kann man mit einfachen Tricks die Gemüsesaison verlängern. Wer ein Hochbeet mit Abdeckung besitzt kann praktisch das ganze Jahr hindurch Gemüse kultivieren. Aber auch das Abmulchen mit diversen Materialien wie Stroh- oder Chinaschilffhäcksel, Blätter oder Grasschnitt hilft die Wurzeln länger warm zu halten und das Wachstum der Pflanzen kann somit noch etwas in die Länge gezogen werden.

 

 

Beinahe alle Wintergemüsesorten können den ganzen Winter geerntet werden. Die meisten, auch viele Wintersalate, vertragen den Frost und können ohne nennenswerte Schäden einfrieren und wieder auftauen. Manche Kohlsorten schmecken nach dem ersten Frost erst noch viel milder und besser. Also lasse dir ruhig Zeit mit Ernten, es kann nur besser werden. Ernten das Gemüse aber niemals bei Frost! Die Pflanzen könnten hierbei beschädigt werden und das geerntete Gemüse wird nach dem Auftauen matschig und sieht nicht mehr wirklich appetitlich aus.

 

Von jetzt an ist 12 Monate im Jahr Gemüsesaison. Probiers aus - es ist noch nicht zu spät und wirklich einfach!

 

Bild 1 von ulleo auf Pixabay

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