Herbstzeit ist Kompostzeit

In den letzten Tagen wird die durch Nebelschwaden schon fast mystische Stimmung abrupt durch aufheulende Laubbläser und Rasenmäher unterbrochen. Gestresste Nachbarn versuchen mit den neusten Gadgets aus dem Baumarkt auch noch das letzte Laubblatt einzufangen, so dass sich die Gärten gut schweizerisch blitzblank präsentieren. Meine Bemerkungen betreffend Laubhaufen als Winterschutz für Igel und Co. finden derweil kaum Gehör... Aber was ich eigentlich sagen wollte: Genau, der Herbst ist da, mit dem Ausklang der Gartensaison und dem Laubfall der Bäume und Sträucher verfügen wir Gärtner aktuell über Unmengen von wertvollem organischem „Abfall“.

Dieser ist viel zu Schade um verbrennt zu werden. Ich empfehle allen die ein bisschen Platz im Garten haben, sich einen Komposter anzuschaffen und alle Grünabfälle wie auch Rüstabfälle aus der Küche zu nährstoffreicher Komposterde zu verarbeiten.

 

Bild von Ben Kerckx auf Pixabay

 

 

Der ideale Kompostplatz

Der Komposthaufen sollte gut zugänglich sein, so das auch die Zufahrt mit einer Schubkarre kein Problem darstellt. Am besten den Komposter immer direkt auf dem Erdboden anlegen. So können Bodenlebewesen besser in das Material eindringen und es bildet sich keine Staunässe. Die Verrottung funktioniert am besten, wenn der Kompost an einer schattig bis halbschattigen Lage etwas Windgeschützt angelegt wird. Somit trocknet er in den Sommermonaten nicht so schnell aus.

 

Welche Möglichkeiten gibt es einen Kompost aufzusetzen

  • Holzkomposter sind ganz klar meine Favoriten. Achtet aber auf gute Qualität und nicht behandelte Hölzer. Dauerhafte Hölzer aus Lärche, Douglasie oder Eiche haben sich bestens bewährt. Ideal wären 2 Komposter. Einen zum Befüllen und einen in dem die Verrottung stattfinden kann.

  • Offene Komposthaufen ist eigentlich nur was für ganz grosse Gärten mit viel Material. Die Haufen sollten mind. 1,20 m breit und etwa 80 cm hoch sein. Die Länge kann je nach Material und Platz mehrere Meter betragen.

  • Schnellkomposter aus Plastik sind günstig und leicht, viele Kunden stören sich aber über die Optik die bei diesen Plastikkübel nicht gerade ein natürliches Flair in den Garten zaubern. Mindestens 200 Liter Fassungsvermögen sollten schon sein, um eine optimale Verrottung zu gewährleisten.

 

Was darf alles auf den Kompost

Man Unterscheidet zwischen braunem und grünen Material. Wenn man diese zwei Gruppen in einem gesunden Mischverhältnis auf den Kompost gibt, habt ihr eine perfekte Verrottung und auch keinen Gestank im Garten.

  • Braunes Material: Stroh, Zweige, Pappe, Papier, Laub, Hackschnitzel

  • Grünes Material: Grasschnitt, Gemüseabfälle, Obstabfälle, Stauden Schnitt, Mist, Kaffeesatz
     

Was nicht in den Kompost gehört: Gekochte Essensreste, Fleisch und Milchprodukte, Backwaren, Wurzelunkräuter, samentragende Unkräuter, kranke Pflanzenteile.

 

Wichtig ist, dass alle Materialien zerkleinert beigegeben werden! Hierfür ist nicht zwingend ein Häcksler notwendig, das klappt mit der Baumschere auch ganz gut. Je kleiner die Stücke, umso besser können die Mikroorganismen die Materialien aufschliessen.

 

Um einen frisch angesetzten Kompost so richtig in Fahrt zu bringen, empfehle ich etwas fertigen Kompost unter zu mischen um das Material „anzuimpfen“. Dann fangen die Bodenorganismen sofort mit ihrer Arbeit an.

 

Ich persönlich übergiesse frischen Kompost immer mit Regenwasser mit beigemischten „Effektiven Mikroorganismen auch (EM) genannt“. Dadurch zersetzen sich die Abfälle rasend schnell und der fertige Kompost ist nährstoffreicher als ohne EM Zusatz.

 

Wann ist der Kompost fertig?

Wenn der Kompost nach frischem Waldboden riecht ist die Verrottung soweit abgeschlossen. Natürlich findet man immer noch etwas gröbere Teile die noch weiter zersetzt werden müssen. Diese können aber leicht ausgesiebt werden und zurück auf den Haufen geben. Je nach Material-Zusammensetzung und Jahreszeit dauert der Verrottungsprozess einige Wochen bis Monate.

 

Im Frühjahr kann dann der abgesiebte Kompost in Schichten von 1-2 cm auf die Beete aufgebracht und leicht eingearbeitet werden. Auch im Sommer verhilft eine Kopfdüngung mit Kompost den starkzehrenden Pflanzen zu einem zusätzlichen Endspurt!

 

Wenn man alle die oben aufgeführten Punkte berücksichtigt ist Kompostieren kinderleicht. Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass mit jedem Jahr der Ehrgeiz grösser und der Kompost immer besser wird. Fehlschläge gehören manchmal dazu, aber diese Fehler macht man bestimmt kein 2. Mal. Ich kann es euch nur empfehlen, das schwarze Gold des Gärtners selber herzustellen. Das gesunde und kräftige Gemüse im nächsten Jahr werden euch recht geben.

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